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Ökologisch Bauen mit Stroh

Екологично строителство със Слама

Ecological building with Straw

 

ПРОФЕСИОНАЛЕН ДОМОУПРАВИТЕЛ

 

ND

international

Ltd .

 

Haus bauen mit natürlichen Baustoffen

Haus bauen mit natürlichen Baustoffen

Natureplus ist eine internationale Umweltorganisation, die eine nachhaltige Entwicklung im Bausektor zum Ziel hat. Es ist das internationale Qualitätszeichen für Bau- und Wohnprodukte, das allen Baubeteiligten Orientierung in Richtung Nachhaltigkeit gibt. Produkte, die dieses Zeichen tragen, zeichnen sich durch besonders hohe Qualität in Bezug auf Gesundheit, Umwelt und Funktion aus. Für die Zertifizierung kommen nur nachhaltige Produkte in Frage, die zu mindestens 85 Prozent aus nachwachsenden oder nahezu unbegrenzt verfügbaren, mineralischen Rohstoffen bestehen. Die synthetischen Anteile sind streng auf das technisch mögliche Minimum reglementiert. Zudem sind Gebrauchstauglichkeit und Langlebigkeit der Produkte Voraussetzung für die Vergabe.

Unter www.natureplus.org finden Sie eine Auflistung der Handelsstandorte, die natureplus-zertifizierte Produkte führen. In der Schweiz gibt es davon vier: In Bern, Leibstadt, Chur und Kemtthal.

Unter www.isofloc.ch erhalten Sie Informationen über die Wärmedämmung aus Zellulose.

Der Strohballenbau hat Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten begonnen, wo in Nebraska ungefähr zwischen 1885 und 1890 die ersten Strohballenpressen gebaut wurden. Strohhäuser können mit einer tragenden Holzkonstruktion aber auch als lasttragende Variante realisiert werden. Werner Schmidt, der 2002 das erste zweigeschossige, lasttragende Strohballenhaus der Schweiz in Disentis baute, sagt, dass ein Gebäude als lasttragende Variante bei einfacher Konstruktion etwa zehn Prozent günstiger realisiert werden könne als dies beim herkömmlichen Hausbau der Fall sei. Bei dieser Variante brauche es jedoch ein komplett anderes Konstruktionsprinzip: «Die Kompression der Strohballen unter der jeweiligen Last muss während der Planung berücksichtigt werden.» Denn bei der lasttragenden Strohballenbauweise senke sich das Gebäude durch das Gewicht der darüberliegenden Geschosse. Das geschehe innerhalb und auch in der ersten Zeit nach dem Aufbau.

 

«Wenn man ein lasttragendes Strohballenhaus errichtet, verhält es sich während der Bauphase wie ein Lebewesen, wie ein Organismus», so Schmidt. Nach ein bis zwei Monaten bilde sich aber ein Gleichgewichtszustand, der dann durch den Verputz oder eventuelle Innenwände endgültig stabilisiert werde. Wird das Strohballenhaus jedoch mit einer Holzkonstruktion errichtet, sind die Strohballen nur das Isolationsmaterial. Diese Konstruktionsweise ist also eigentlich ein herkömmlicher Hausbau, nur mit einem anderen und ökologischen Isolationsmaterial. Isoliert man ein Haus mit 35 Zentimeter Stroh, sei man laut Schmidt bereits im Bereich der Wandisolation eines Passivhauses. Bezüglich des Energiestandards sei die Frage, wie dicht man mit Stroh isoliere, etwa mit 35, 50, 80 oder 120 Zentimeter. «Interessant ist dabei, dass die Stärke der Isolation im Falle einer Strohballenkonstruktion für die Kosten praktisch keine Rolle spielt.»

 

Feuer, Schimmel, Mäuse oder Insekten gehören zur Liste der Ängste wenn man an ein Strohhaus denkt. Diese sind jedoch unbegründet: Mäuse zum Beispiel fühlen sich wohler in Styropor, das häufig für die Dämmung verwendet wird. Zudem sagen Experten dem Strohhaus eine Nutzungsdauer von bis zu 100 Jahren voraus. Man muss sich also auch nicht sorgen, dass sich die eigenen vier Wände innerhalb kurzer Zeit selbst kompostieren. Teile der chinesischen Mauer, die Tausende von Jahren alt sind, wurden übrigens auch mit Strohballenbündel realisiert.

 

Papier und Wolle als Dämmung

 

Für die ökologische Isolation gibt es auch noch andere Möglichkeiten. So zum Beispiel alte Zeitungen oder Schafswolle. Isofloc ist ein Dämmstoff aus Altpapier, das zu 89 Prozent aus Tageszeitungen besteht. Die Zelluloseflocken werden gegen Schädlinge geschützt und in die Hohlräume zwischen Fassade und tragender Wand eingeblasen. Für die Umnutzung einer Tageszeitung zu einer weitaus länger andauernden Verwendung als Isolationsmaterial wird zudem nur wenig Energie benötigt. Die Kleinbauern-Vereinigung schreibt, dass pro Jahr 700 Tonnen Wolle an Schweizer Schafen wachsen. Bauisolation und Wärmedämmung biete eine gute Perspektive für die Verwendung der so genannten B-Qualität. Wolle also, die im Textilbereich nicht verarbeitet werden kann. Es gibt bereits Schafwoll-Produkte, die mit dem Qualitätssiegel «natureplus» ausgezeichnet sind. Es gilt in Europa als Label mit den höchsten Anforderungen an nachhaltige Baumaterialien.

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